Wolle und Garn


Wolle und Garne sind wichtige Ausgangsmaterialien für die Fertigung von Kleidung, Decken, Bändern. Durch Spinnen und Weben werden Garne und Stoffe hergestellt.



Nadelbinden
Diese Technik ist bereits seit der Bronzezeit in Nordeuropa verbreitet. Hierbei werden mit Hilfe einer großen Nadel mit Dochtwolle Schlaufen ineinander verschlungen. So entsteht ein Gebilde ähnlich wie beim Stricken oder Häkeln. Im Gegensatz dazu werden aber die Maschen so ineinander verschlungen, dass diese sich gegenseitig vor dem Auftrennen schützen. Bei einem Loch bleibt das Gewebe erhalten.
Am meisten wurden durch diese Technik Mützen, Socken und Handschuhe gefertigt. Durch die Schurwolle verfilzen diese durch das Tragen. Das Gewebe wird dadurch dichter und passgenauer.

Nadelbinden


 
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Brettchenweben
Beim Brettchenweben handelt es sich um eine Form der Bandweberei. Bereits die Grabkleidung der Königin Bathilde von Celles (630 – 680) schmückte eine Brettchenborte (in 2-Loch-Technik). Ebenso wurde in einer norwegischen Grabstätte (Oseberg Schiff) ein Webstuhl und Webbrettchen gefunden. Datiert wurde dieser Fund auf 850 n. Chr. Im Codex Manesse (1305/1340 n. Chr.) wird eine Brettchenweberin gezeigt. Ein Webstuhl ist für diese Technik nicht zwingend notwendig. Die Brettchen können aus dünnem Holz oder neuzeitlich aus Pappe gefertigt werden. Meist sind sie 5 cm im Quadrat mit abgerundeten Ecken, in welchen Löcher sind. Verschiedene Techniken sind zum Beispiel das Einzugsmuster, Doubleface, Köper oder das Flottiermuster. Als Material wurde Wolle, Leinen oder bei den Wohlhabenden Seide verwendet. Zum Üben zu Hause kann man auch Baumwoll-Häkelgarn verwenden.

Die gewebten Bänder werden zum Verzieren der Kleider an den Armen oder dem Saum verwendet. Durch das Verzwirnen der einzelnen Fäden wird das Gewebe besonders haltbar.

Brettchenweben


 
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Färben
Um Wolle schöner und kleidsamer zu machen gibt es nicht nur die Möglichkeit verschiedene Wollsorten zu verspinnen und zu verweben, sondern auch die des Färbens. Dabei werden Naturmaterialien wie zum Beispiel Birkenblätter, Walnußschalen oder auch Pilze verwendet.
Karl der Große (ca. 800 n. Chr.) hat in Europa verstärkt Färberwaid und Krapp in den Gärten anbauen lassen.
Tierische Fasern (Schafwolle) haben eine schuppige Oberfläche. Durch eine Beize werden diese Schuppen für die Farbe geöffnet, so dass diese die Farbe leicht aufnehmen. Meist wird hier Alaun verwendet. Nach dem Beizen wird die Wolle in einen vorbereiteten Färbesud gegeben. Da die Wolle bei Temperaturschwankungen leicht verfilzt, gibt man die feucht-kalte Wolle bei Raumtemperatur zu und erhitzt dann das Ganze unter sehr leichtem Rühren für etwa eine Stunde. Danach lässt man es im Topf vorsichtig abkühlen. Nach dem Auswaschen und fixieren ist die Wolle fertig gefärbt.
Je nach Rezept kann dies variieren. Bei Walnussschalen zum Beispiel entfällt das Beizen, da diese genügend Gerbstoffe enthalten.

Wolle


 
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Grüntöne
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Brauntöne
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Gelbtöne
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Rottöne
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Garn zum Weben

 
 

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