Beinwickel

Um die Hose im unteren Bereich zu schützen wurden häufig sogenannte Beinwickel bei den Herren verwendet. Hierbei handelt es sich um ca. 8-10 cm breite und 3-4 m lange Stoffe, welche meist von oben nach unten um die Beine gewickelt werden. Das Gewebe muß entsprechend dehnbar sein, damit die Wickel nicht rutschen und gleichzeitig nicht zu fest sitzen.
Die Wolle für die Beinwickel wurde von Aennlin mit der Hand gesponnen. Hierbei wurde für den Kettfaden und den Schußfaden in jeweils unterschiedliche Spinnrichtungen gesponnen. Dadurch sollte das Gewebe in sich fester und geschlossener werden.
Gefärbt wurde das Garn mit selbstgesammeltem Rainfarn. Die Kett- und Schußfäden wurden in zwei Zügen gefärbt, das heißt zuerst wurde der Kettfaden gefärbt und im Anschluß, im zweiten Zug, wurden der Schußfaden gefärbt. Dadurch ergibt sich ein kleiner (gewollter) Farbunterschied.  
Gewebt wurden die Beinwickel wieder von Silvia, die auch den Stoff für die Damendorf-Hose hergestellt hat. Danke nochmals Silvia. Infos zum Weben findet man hier auf ihrem Blog.
http://zeitensprung.blogspot.de/2012/10/beinwickel-in-naturfarben.html.
Die Beinwickel sind schön weich und anschmiegsam geworden.

Ein Bild mit den Beinwickeln ist in Thema Marx-Etzel-Hose ganz unten zu sehen. Marx-Etzel-Hose

Quellen:
Museum Schloß Gottdorf, Schleswig
Karl Schlabow: Textilfunde aus der Eisenzeit in Norddeutschland

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